Diskriminierung nicht allein begegnen: Antidiskriminierungsberatung jetzt auch in Haldensleben
Diskriminierung begegnet Menschen in vielen Lebensbereichen – auch im Sport. Manchmal ist sie deutlich sichtbar, etwa durch Beleidigungen, Ausschluss oder Benachteiligung. Oft wirkt sie aber auch leiser: über eingefahrene Strukturen, Vorurteile, scheinbar neutrale Regeln oder Bemerkungen, die für Betroffene verletzend sind.
Die Antidiskriminierungsstelle Sachsen-Anhalt definiert Diskriminierung als Benachteiligung oder Ausgrenzung aufgrund tatsächlicher oder zugeschriebener Merkmale. Das können zum Beispiel Herkunft, Hautfarbe, Sprache, Behinderung, Erkrankungen, geschlechtliche Identität, Religion, Weltanschauung, sexuelle Identität und Lebensalter sein. Entscheidend ist dabei nicht allein die Absicht, sondern vor allem die Wirkung auf die betroffene Person.
Der Kreissportbund Börde möchte deshalb auf ein wichtiges Beratungsangebot aufmerksam machen:
Die Antidiskriminierungsstelle Sachsen-Anhalt bietet künftig auch regelmäßige Antidiskriminierungsberatung in Haldensleben an. Der erste Termin findet am 13. August als offene Sprechstunde statt. Danach gibt es die Beratung jeden dritten Donnerstag im Monat von 9.30 bis 14.30 Uhr im Büro der Lebenshilfe Ostfalen, Kirchstraße 12 A, 39340 Haldensleben.
Die Beratung richtet sich an Menschen, die Diskriminierung erlebt oder beobachtet haben. Sie ist kostenfrei, vertraulich und bei Bedarf auch mit Dolmetscher/Dolmetscherin möglich. Die Beratenden hören zu, informieren über mögliche Rechte und erarbeiten gemeinsam mit den Ratsuchenden nächste Schritte. Aktiv wird die Beratungsstelle nur, wenn die betroffene Person dies möchte.
„Der Sport an sich und der Sportverein sollen Orte sein, an denen Menschen unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion, Behinderung, sexueller Identität, Alter oder sozialer Lage willkommen sind. Wenn dennoch Diskriminierung geschieht, dürfen Betroffene damit nicht allein bleiben. Deshalb ist es wichtig, dass es gut erreichbare, vertrauliche und qualifizierte Beratungsangebote gibt.“ – Fabian Melzer Mitarbeiter des KSB Börde
Gerade für den ländlichen Raum ist ein erreichbares Beratungsangebot wichtig. Im Jahresbericht der Antidiskriminierungsberatungsstellen Sachsen-Anhalt 2025 wird darauf hingewiesen, dass im ländlichen Raum weiterhin keine flächendeckenden Beratungsangebote bestehen oder diese nicht ausreichend bekannt sind. Zugleich wurden 2025 in vier Antidiskriminierungsberatungsstellen in Sachsen-Anhalt insgesamt 322 Diskriminierungsvorfälle erfasst.
Auch Sportvereine können eine wichtige Rolle spielen. Sie sind Orte der Begegnung, Gemeinschaft und Teilhabe. Damit sie für alle Menschen sicher und zugänglich bleiben, braucht es eine klare Haltung, Sensibilität und verlässliche Ansprechwege. Wenn Diskriminierung im Training, im Wettkampf, im Vereinsheim, auf der Tribüne oder im organisatorischen Umfeld auftritt, sollten Betroffene und Beobachtende wissen: Sie müssen damit nicht allein bleiben.
Neben der Beratung bietet die Antidiskriminierungsstelle Sachsen-Anhalt auch Schulungen an. Die kostenfreie Fortbildung „How To… Hinsehen, verstehen und handeln bei Diskriminierung“ vermittelt Grundlagen zum Erkennen von Diskriminierung, befasst sich mit gesellschaftlichen Machtstrukturen, dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz und konkreten Handlungsmöglichkeiten.
Die nächste Schulung ist für den 1. Oktober 2026 von 10.00 bis 16.00 Uhr in Magdeburg angekündigt und kann in Teilen auch für die Lizenzverlängerung angerechnet werden lassen.
Eine Anmeldung zur Beratung ist über das Meldeformular auf der Internetseite der Antidiskriminierungsstelle Sachsen-Anhalt, per E-Mail an oder telefonisch unter 0391 79293374 möglich. Weitere Informationen zu den Sprechzeiten sind unter www.antidiskriminierungsstelle-sachsen-anhalt.de/sprechzeiten abrufbar.
Der Kreissportbund Börde ermutigt seine Mitgliedsvereine, das Angebot bekannt zu machen, Informationen weiterzugeben und bei Bedarf auch eigene Schulungsangebote zu prüfen. Ein offener und respektvoller Sport lebt davon, dass Diskriminierung erkannt, benannt und nicht hingenommen wird.
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