Sportpolitischer Posten weiter offen

Der Posten der Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt ist weiterhin nicht neu besetzt. Nach dem Wechsel der bisherigen Amtsinhaberin Christiane Schenderlein ins Bundesgesundheitsministerium ist nach aktuellem Stand weiterhin offen, wer künftig die zentrale sportpolitische Funktion im Kanzleramt übernimmt. Laut Medienberichten ist die Stelle seit Ende Juli unbesetzt; Bundeskanzler Friedrich Merz hatte angekündigt, die Nachfolge zu einem späteren Zeitpunkt bekanntzugeben.

 

Der Kreissportbund Börde e. V. verfolgt diese Entwicklung aufmerksam. Das Amt war mit dem Antritt der Bundesregierung neu geschaffen und im Kanzleramt angesiedelt worden, um Sport und Ehrenamt mehr politisches Gewicht zu verleihen. Gerade deshalb ist aus Sicht des organisierten Sports wichtig, dass diese Funktion zügig, verlässlich und fachlich überzeugend besetzt wird.

 

Auch der Deutsche Olympische Sportbund hatte nach Bekanntwerden des Wechsels auf eine schnelle Neubesetzung gedrängt. DOSB-Vorstandschef Otto Fricke verwies darauf, dass für den Sport weitere richtungsweisende Entscheidungen anstehen, insbesondere im Zusammenhang mit der Olympiabewerbung.

 

Für Sachsen-Anhalt ist nun ein weiterer Aspekt hinzugekommen: Ministerpräsident Sven Schulze hat die Präsidentin des Landessportbundes Sachsen-Anhalt, Silke Renk-Lange, als mögliche Nachfolgerin ins Spiel gebracht. Schulze erklärte, sein Wunsch und seine Empfehlung sei, jemanden aus dem Breitensport zu nehmen. Die gebürtige Sachsen-Anhalterin, Speerwurf-Olympiasiegerin von 1992 und Präsidentin des LSB Sachsen-Anhalt sei aus seiner Sicht eine Kandidatin, die auch in Ostdeutschland auf Zustimmung stoßen würde.

 

Sicherlich würde eine solche Besetzung mit klarem Bezug zum organisierten Sport, zum Breitensport und zu den Strukturen der Landessportbünde dazu beitragen, die Perspektive der Vereine stärker in bundespolitische Entscheidungen einzubringen. Doch das würde zeitgleich bedeuten, dass in Sachsen-Anhalt eine wichtige Säule des Landessportbundes wegbrechen würde. Silke Renk-Lange ist seit vielen Jahren in und für Sachsen-Anhalt aktiv und wurde beim letzten Landessporttag erneut als Präsidentin des Landessportbundes bestätigt.

 

Unabhängig von der konkreten Personalentscheidung kommt es aus Sicht des KSB Börde jetzt vor allem auf Handlungsfähigkeit, Kontinuität und Nähe zur Sportbasis an. Der organisierte Sport steht vor zentralen Aufgaben: Sportfördergesetz, Spitzensportagentur, Safe Sport, Olympiabewerbung, Ehrenamtsentlastung, Bürokratieabbau und Sportstättenentwicklung. Diese Themen betreffen nicht nur den Spitzensport, sondern wirken mittelbar auch auf die Vereine in der Fläche.

 

Für den Landkreis Börde ist dabei entscheidend, dass die Anliegen des ländlichen Raums nicht aus dem Blick geraten. Vereine brauchen verlässliche Förderbedingungen, praktikable Antragsverfahren, Unterstützung beim Ehrenamt und politische Entscheidungen, die nicht nur in großen Städten, sondern auch in kleinen Gemeinden und Ortsteilen ankommen.

 

Die Bundesregierung verweist darauf, dass im Kanzleramt weiterhin bestehende Verwaltungsstrukturen und klare Ansprechpersonen für Sport und Ehrenamt vorhanden seien. Aus Sicht des KSB Börde kann dies eine Übergangsphase organisatorisch absichern. Politisch braucht der Sport jedoch schnell eine sichtbare, entscheidungsfähige und gut vernetzte Spitze.

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Veröffentlichung

Do, 13. August 2026

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