Weltkindertag: Kinder brauchen mehr Raum für Bewegung und Beteiligung

Anlässlich des Weltkindertages am 20. September macht die Deutsche Sportjugend (dsj) auf die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen aufmerksam. Ihre zentrale Botschaft: Junge Menschen brauchen mehr Möglichkeiten für Bewegung im Alltag – und ihre Interessen sollten stärker berücksichtigt werden, wenn über Schulen, Verkehrswege, öffentliche Räume oder Sportstätten entschieden wird.

 

Fehlende Sporthallen, geschlossene Schwimmbäder, unsichere Wege oder wenig bewegungsfreundliche öffentliche Räume können dazu führen, dass Bewegung im Alltag schwieriger wird. Die dsj fordert deshalb sichere Wege, bewegungsfreundliche Schulen und Ganztagsangebote, zugängliche Grünflächen sowie nutzbare Sporthallen und Schwimmbäder.

 

Die von der dsj genannten Zahlen zeigen den Handlungsbedarf. Demnach erreichen nur 32 Prozent der Sechs- bis 17-Jährigen durchschnittlich mindestens 60 Minuten Bewegung am Tag. Bei den 14- bis 17-Jährigen sind es nur knapp 14 Prozent. Gleichzeitig verbringen Jugendliche laut der von der dsj angeführten JIM-Studie täglich durchschnittlich fast vier Stunden am Smartphone.

 

Dabei geht es nicht darum, digitale Medien gegen Bewegung auszuspielen. Digitale Angebote gehören selbstverständlich zum Alltag junger Menschen. Entscheidend ist vielmehr, dass auch Bewegung jederzeit möglich sein sollte – auf dem Schulweg, in Pausen, im Wohnumfeld, im Ganztag und natürlich im Sportverein.

 

Wie groß das Interesse an Sport ist, zeigt nach Angaben der Deutschen Sportjugend auch die Vereinsentwicklung: Jedes zweite Kind und jeder zweite Jugendliche in Deutschland ist Mitglied in einem Sportverein. Gleichzeitig stoßen Vereine vielerorts an Grenzen, etwa durch fehlende Hallenzeiten, begrenzte Schwimmkapazitäten oder mangelnde räumliche Möglichkeiten.

 

Für den Kreissportbund Börde ist dieser Blick auf den Alltag von Kindern und Jugendlichen auch für die regionale Sportentwicklung von Bedeutung. Sportvereine leisten einen wichtigen Beitrag zu Bewegung, Gemeinschaft und persönlicher Entwicklung. Sie können jedoch nur dann dauerhaft gute Angebote machen, wenn geeignete Sportstätten, verlässliche Nutzungszeiten und engagierte Menschen zur Verfügung stehen.

 

Ebenso wichtig ist die Beteiligung junger Menschen selbst. Wer über Schulhöfe, Freizeitflächen, Sportanlagen oder Bewegungsangebote entscheidet, sollte die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen frühzeitig einbeziehen. Sie wissen am besten, welche Orte sie nutzen, wo Barrieren bestehen und welche Angebote ihnen fehlen.

 

Die Deutsche Sportjugend verbindet ihre Forderungen zudem mit dem sogenannten Sportjugend-Euro und fordert vom Bund einen Euro für jedes U27-Mitglied im Sportverein, um Bewegung und Jugendsport stärker zu unterstützen.

 

Der Weltkindertag bietet damit auch für den Sport Anlass, genau hinzuschauen: Wo können Kinder und Jugendliche sich im Alltag bewegen? Wo fehlen Möglichkeiten? Und wie können junge Menschen selbst stärker an der Gestaltung ihrer Lebens- und Bewegungsräume beteiligt werden?

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Veröffentlichung

Fr, 18. September 2026

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