Für die zweite Wochenhälfte werden im Landkreis Temperaturen von über 30 Grad erwartet. Am Wochenende können die Höchstwerte nach aktueller Prognose sogar bis 38 Grad erreichen. Wer trotz der Hitze sportlich aktiv bleiben möchte, sollte das Training anpassen und Warnsignale des Körpers ernst nehmen.
Hohe Temperaturen belasten die körpereigene Wärmeregulation. Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen sowie Personen mit Herz-Kreislauf-, Atemwegs- oder anderen Vorerkrankungen. Im Extremfall können Hitzeerschöpfung, Hitzekollaps oder ein lebensbedrohlicher Hitzschlag auftreten.
Hier sind 6 Tipps für das Training bei hohen Temperaturen:
1. Training in kühlere Tageszeiten verlegen
Anstrengende sportliche Aktivitäten sollten nicht in der größten Hitze stattfinden. Geeigneter sind die frühen Morgenstunden oder – sofern die Temperaturen bereits gesunken sind – der spätere Abend. Umfang und Intensität des Trainings sollten deutlich reduziert werden.
Bei außergewöhnlich hohen Temperaturen kann es sinnvoll sein, eine Einheit ausfallen zu lassen oder durch eine weniger belastende Bewegungsform zu ersetzen. Eine Trainingspause ist kein Rückschritt, sondern verantwortungsvolle Belastungssteuerung.
2. Sonne und aufgeheizte Flächen meiden
Training in der prallen Sonne erhöht die Belastung zusätzlich. Schattige Wege, Wälder oder gut belüftete Innenräume sind daher vorzuziehen. Asphaltflächen, Kunstrasenplätze und andere Sportflächen können sich stark aufheizen.
Auch im Schatten bleibt der Schutz vor UV-Strahlung wichtig. Leichte, luftdurchlässige Kleidung, eine geeignete Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Sonnenschutzmittel sollten zur Grundausstattung gehören.
3. Regelmäßig trinken
Durch Schwitzen verliert der Körper Flüssigkeit und Mineralstoffe. Deshalb sollte bereits vor dem Training auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet und während längerer Einheiten regelmäßig getrunken werden.
Geeignet sind insbesondere Wasser und ungesüßte Getränke. Bei längerer Belastung können auch elektrolythaltige Getränke oder Saftschorlen sinnvoll sein. Personen mit Herz- oder Nierenerkrankungen sollten ihre Trinkmenge ärztlich abstimmen.
Trainer*innen sollten besonders bei Kindern regelmäßige Trinkpausen einplanen und nicht darauf warten, dass diese selbst Durst melden.
4. Belastung reduzieren
Bei Hitze arbeitet das Herz-Kreislauf-System bereits stärker, um den Körper zu kühlen. Trainingsgeschwindigkeit, Dauer, Wiederholungszahlen und Wettkampfintensität sollten daher reduziert werden.
Geeigneter als intensive Dauerläufe, Intervalltraining oder belastende Wettkämpfe können lockeres Gehen, moderates Radfahren, Beweglichkeitsübungen oder technisch ausgerichtete Trainingseinheiten sein. Entscheidend ist nicht, das geplante Programm um jeden Preis durchzuführen, sondern die Belastung an die Bedingungen anzupassen.
5. Leicht essen und Erholung ermöglichen
Vor dem Sport sollten schwere Mahlzeiten vermieden werden. Leichte Speisen sowie wasserreiches Obst und Gemüse belasten den Körper weniger. Nach dem Training braucht der Körper ausreichend Zeit zur Abkühlung und Erholung.
Auch Schlaf und nächtliche Temperaturen spielen eine Rolle. Wer bereits erschöpft, gesundheitlich angeschlagen oder nicht ausreichend erholt ist, sollte auf intensiven Sport verzichten.
6. Warnsignale ernst nehmen
Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, starke Erschöpfung, Muskelkrämpfe oder Kreislaufprobleme können auf eine hitzebedingte Überlastung hinweisen. Auch ein auffällig heißer Kopf, Verwirrtheit, Teilnahmslosigkeit oder Bewusstseinsstörungen sind ernst zu nehmen.
Bei solchen Beschwerden gilt:
Aktivität sofort abbrechen,
die betroffene Person in den Schatten oder einen kühleren Raum bringen,
enge Kleidung öffnen,
den Körper vorsichtig kühlen,
bei vollem Bewusstsein schluckweise Flüssigkeit anbieten,
die Person beobachten und nicht allein lassen.
Bei Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit, Krampfanfällen oder dem Verdacht auf einen Hitzschlag muss sofort der Rettungsdienst unter 112 gerufen werden. Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall.
Eine besondere Verantwortung besteht im Kinder- und Jugendsport:
Kinder reagieren empfindlicher auf hohe Temperaturen und können ihre Belastung nicht immer zuverlässig einschätzen. Trainer*innen und Übungsleiter*innen tragen deshalb eine besondere Verantwortung.
Trainingseinheiten sollten frühzeitig angepasst, zusätzliche Pausen eingeplant und ausreichend Getränke bereitgehalten werden. Bei großer Hitze können Wettkämpfe, Trainingszeiten und Veranstaltungsabläufe verändert oder abgesagt werden. Dabei sollte der Gesundheitsschutz stets Vorrang vor sportlichen oder organisatorischen Interessen haben.
Der Kreissportbund Börde empfiehlt seinen Mitgliedsvereinen, die Wetterentwicklung und mögliche Hitzewarnungen aufmerksam zu verfolgen. Sport und Bewegung bleiben auch im Sommer wichtig – aber nicht um jeden Preis. Wer Trainingszeit, Intensität und Rahmenbedingungen anpasst, kann auch an heißen Tagen aktiv bleiben, ohne unnötige Gesundheitsrisiken einzugehen.