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Neues Zentrum für Safe Sport in Kassel gegründet

Der Schutz vor interpersonaler Gewalt ist eine zentrale Aufgabe des Sports. Mit der Gründung des neuen Zentrums für Safe Sport in Kassel wurde nun ein wichtiger Schritt unternommen, um den Schutz vor physischer, psychischer und sexualisierter Gewalt im deutschen Sport weiter zu stärken.

 

Das Zentrum wurde am 9. Juli 2026 von Bund und Ländern gegründet und soll nach der Aufbauphase im Frühjahr 2027 seine Arbeit aufnehmen. Es soll Fälle von physischer, psychischer und sexualisierter Gewalt im Sport auf Grundlage einheitlicher Standards untersuchen, sanktionieren und aufarbeiten. Träger ist ein gemeinsamer Verein von Bund und Ländern.

 

Aus Sicht des Kreissportbundes Börde ist die Einrichtung eines unabhängigen Zentrums ein wichtiges Signal. Sportvereine sind Orte der Gemeinschaft, Entwicklung und Teilhabe. Gleichzeitig gibt es im Sport besondere Situationen und Strukturen, die Risiken begünstigen können. Dazu gehören unter anderem Umkleide- und Duschsituationen, Körperkontakt im Training, Fahrten und Übernachtungen, Leistungsdruck, Abhängigkeiten sowie Macht- und Vertrauensverhältnisse zwischen Aktiven, Trainer*innen, Betreuenden und Funktionstragenden.

 

Gerade deshalb braucht es klare Schutzkonzepte, qualifizierte Ansprechpersonen und verlässliche Beschwerdewege. Wichtig sind sowohl Anlaufstellen innerhalb der Sportstrukturen als auch unabhängige Stellen außerhalb des Sports. Betroffene müssen darauf vertrauen können, dass Hinweise ernst genommen, vertraulich behandelt und unabhängig geprüft werden.

 

„Sport soll ein sicherer Ort für alle sein. Gerade weil im Sport Nähe, Vertrauen, Körperkontakt und Abhängigkeiten entstehen können, müssen wir Schutzkonzepte, Ansprechstellen und unabhängige Beschwerdewege sehr ernst nehmen. Das neue Zentrum für Safe Sport ist ein wichtiger Schritt, ersetzt aber nicht die Verantwortung jedes Vereins, eine Kultur des Hinsehens und Handelns zu entwickeln.“ – Fabian Melzer Bildungsreferent des KSB Börde und zertifizierter Kinderschutzbeauftragter

 

Der DOSB bezeichnet die Gründung des Zentrums als starkes und wichtiges Zeichen für den deutschen Sport. Der Schutz vor Gewalt sei keine Randfrage, sondern eine zentrale Voraussetzung dafür, dass Menschen Sport mit Vertrauen, Freude und Sicherheit erleben können.

Auch Athleten Deutschland begrüßt die Gründung, mahnt jedoch an, den Aufbau transparent, sorgfältig und unter Einbindung der wichtigsten Akteure, insbesondere von Betroffenen, zu gestalten.

 

Das Zentrum solle neben Untersuchungs- und Disziplinarverfahren auch Standards für Prävention, Intervention und Aufarbeitung setzen und Sportorganisationen bei deren Umsetzung unterstützen.

 

Der Kreissportbund Börde sieht Safe Sport als gemeinsame Verantwortung. Vereine können bereits jetzt wichtige Schritte gehen: Schutzkonzepte entwickeln, Ansprechpersonen benennen, Ehrenkodizes nutzen, erweiterte Führungszeugnisse verantwortungsvoll einbinden, Qualifizierungen besuchen und eine Kultur schaffen, in der Grenzverletzungen offen angesprochen werden können.

 

Das neue Zentrum ersetzt nicht die Arbeit vor Ort - Es kann sie aber ergänzen, stärken und dazu beitragen, unabhängige Verfahren und einheitliche Standards zu schaffen.

Entscheidend bleibt, dass Schutz vor Gewalt nicht erst beginnt, wenn ein Vorfall bekannt wird. Prävention muss Teil der alltäglichen Vereinsarbeit sein.

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Veröffentlichung

Mi, 15. Juli 2026

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